Vom richtigen Weg abgekommen?

Ich fühle mich gerade wie Frederick, die Maus. Blicke zurück auf die Vorräte, die ich in den letzten Monaten für den Winter gesammelt habe: Sonnenstrahlen, Farben und Geschichten.

Die Umstellung von strahlend blauem Himmel auf grauen Winterhimmel und einem Temperatursturz von +19C° auf -2C° war heftig. Es dauerte nicht lange und ich sehnte mich zurück nach den portugiesischen Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht, das leichte Gefühl um meinen Körper (da er nicht in einer dicken Winterjacke steckte) und selbst die winzigen Ameisen fehlen mir, die unten am Fluss immer über meinen Körper krabbelten, wenn ich dort zur untergehenden Sonne meditiert habe.

 

Lasse die leuchtenden Farben in Ericeira vor meinem inneren Auge erscheinen…das kräftige Blau des Meeres, das knallige Rot der Blumen, das satte Grün des Grases.

 

Doch am Meisten erfreue ich mich gerade an den Geschichten,

die ich gesammelt habe. Geschichten, die ihren Weg auf’s Papier suchen

und dort Welten entstehen lassen, gefüllt mit sonderbaren Gestalten,

mit lustigen Momenten, mit Strudeln von Gefühlen.

 

Aber auch Geschichten, die in der Luft erzählt werden und frei sein wollen, nicht festgehalten auf Papier.

 

Höre auf deine Intuition!

Eine dieser Geschichten spielt in Schweden, wo ich in einem B&B/Spiritual Growth Center Freiwilligenarbeit gemacht habe.

Da habe ich auch eine Rückführungssitzung gemacht. Das war sehr spannend! Vielleicht schreibe ich darüber auch irgendwann einmal hier 😉

Wer mehr zum Thema wissen will, klickt hier. Wer auf der Suche nach einer tollen Rückführungstherapeutin ist, klickt auf Anne Bodil Rosvik.)

 

Ein Ergebnis der Sitzung war, dass ich mehr auf meine Intuition hören soll.

 

Und da ich gerade so gut im Kontakt mit meinem Unterbewusstsein war, haben wir auch einen Blick in die Zukunft gewagt.

Was mir mein Unterbewusstsein vermittelte? Bilder von einem lukrativen, finanziell sehr guten Angebot, das mich nicht glücklich machen würde, wenn ich es annehme.

Würde ich das Angebot ausschlagen, wäre ich auf einem künstlerischen Weg, der mich glücklich macht.

Die Antwort auf die Frage, wann ich dieses Angebot bekäme: Nächsten Sommer.

Liebes Unterbewusstsein, wir müssen noch ein wenig das Zeitgefühl abstimmen und einüben. Kann es sein, dass Du nicht Sommer, sondern Winter meintest?

 

Plötzlich ging alles ganz schnell

Im Oktober legte ich ein Stellenprofil bzw. – suche auf einem Schweizer Stellenportal an.

Im November wollte ich mein Buchprojekt vorantreiben und für Dezember hatte ich mir vorgenommen, nach Stellen in der Schweiz zu suchen, im Januar dort vor Ort zu sein und verschiedene Kitas zu vergleichen.

 

Doch schon kurze Zeit später bekam ich ein Jobangebot von einer Züricher Kita.

 

Der erste Eindruck von der Website? Hat mich nicht ganz überzeugt.

Der zweite Eindruck beim skype Interview? Total nett und so sehr schien sich der pädagogische Ansatz von meinem nicht zu unterscheiden.

Der dritte Eindruck als ich anfing dort zu arbeiten? Die Mitarbeiter alle total nett. Das pädagogische Konzept? So ziemlich das exakte Gegenteil von allem, wofür ich stehe. Ich frage mich immer noch, warum sie dachten, ich würde gut darein passen, sie hatten doch vorher mein Profil gelesen…

 

Am Abend bevor ich bei meinen Eltern abreiste, schrie mein ganzer Körper nach „nein, nicht der richtige Weg“. Ich vermisste die natürliche Aufregung der letzten Monate wann immer ich ins nächste Land gefahren/geflogen bin. Statt Vorfreude hatte ich das ungute Gefühl in der Magengrube, dass ich gerade einen Fehler begehe.

 

Nichts funktionierte in den ersten Tagen.

 

SIM Karte nicht, Anmeldung nicht. Bei den WG Zimmer-Besichtigungen bekam ich immer wieder zu hören, welche Schwierigkeiten es zwischen Deutschen und Schweizern gibt (davon hatte ich vorher schon gelesen), meine internationalen Kollegen kotzten sich ebenfalls direkt über die reservierten Schweizer aus und darüber, dass so vieles in der Schweiz verboten sei.

Kein guter Start. Keine gute Stimmung.

 

Doch was mich am Meisten überzeugte, am falschen Ort zu sein: Ununterbrochen dachte ich daran, zu rauchen. Und das ärgerte mich ungemein!

Seit 10 Monaten habe ich keine Kippe mehr angefasst (und das ist hiermit offiziell die längste Zeit, die ich geschafft habe!!), hab alle neuen Situationen gut überstanden, obwohl sie mich manchmal echt nervös gemacht haben.

 

Festzustellen, dass ich eine Arbeit gewählt hatte, hinter der ich überhaupt nicht stehe, gab mir den Rest. Und dann erinnerte ich mich an das, was die Therapeutin unserer Nichtrauchen-Selbsthilfegruppe gesagt hat: „Wenn der Gedanke an Zigaretten zu schlimm wird, müsst ihr sofort raus aus der Situation!“

 

Ganz so einfach ist das natürlich nicht. Ich gehöre nicht zu denen, die einfach von einem Tag auf den anderen nicht mehr auf der Arbeit auftauchen.

Ich überstand die Tage mit viel Rescue Remedy Tropfen (die habe ich seit ca. Mai eigentlich schon nicht mehr nehmen müssen) und beschloss, so schnell wie möglich wieder zu kündigen.

 

Was ich daraus gelernt habe? Ich werde keinen Arbeitsvertrag mehr unterschreiben, wenn ich den Arbeitsplatz nicht vorher gesehen habe.

 

Was nun?

Immer wieder geht mir durch den Kopf, dass ich nicht so verdammt bequem hätte sein sollen. Ich musste mich nicht um Bewerbungen kümmern und habe das erstbeste Angebot angenommen, das ich bekommen habe. Ich muss zugeben, sie waren beim skype Interview sehr überzeugend. Es war ein (finanziell) sicherer Weg – und ganz klar der Falsche.

 

Ich habe die Schweiz vor allem aus einem Grund gewählt: Geld. Denn egal ob ich irgendwann nochmal versuche, die PR in Kanada zu bekommen oder ob ich entscheide, komplett freiberuflich zu arbeiten (was ich schon seit Jahren will), doch dafür brauche ich eine finanzielle Basis.

Doch was, wenn ich die Sache vollkommen falsch angehe? Statt zu denken „erst brauche ich ein finanzielles Polster, dann kann ich loslegen“, sollte ich vielleicht einfach ins kalte Wasser springen.

 

Mein Kopf schwirrt mir von den vielen Möglichkeiten,

den Risiken und den Chancen, die sich ergeben könnten.

 

Ich brauche erst einmal eine Pause von dem vielen Hin und Her und mache nochmal einen Schritt zurück und überlege mir die Sache mit der Schweiz genau. Ob sie noch eine zweite Chance bekommt, weiß ich nicht.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.