Razan and Dyana (1/3) Syrien – Türkei

Wenn wir in Syrien geblieben wären, wären wir jetzt tot

Vor dem Krieg war unser Leben sehr gut und dann kam der Krieg und wir mussten weggehen. Wir hatten nichts richtig, um unsere Tochter zu unterstützen. Wir hatten keine Wärme oder Strom. Der Hauptgrund warum wir weggingen war die Zukunft unserer Tochter.

Wir lebten in einer kurdischen Stadt und ich (Dyana) war schwanger und ich musste zum Arzt gehen, um Medikamente zu bekommen und es war schwer. Der Arzt war Araber und ich bin ein Kurde. Rassismus war einer der Gründe, warum wir in die Türkei gingen und ich dort meine Tochter bekam.

Um zu einem kurdischen Arzt gehen zu können, hätte ich von einer arabischen Stadt zu einer anderen arabischen Stadt gehen müssen und wir wären an Standorten von ISIS vorbei gekommen. Das war zu riskant.

Dann kam der Krieg und wir mussten auf’s Land flüchten, aber auch dahin kam der Krieg. Also mussten wir wieder gehen, erst nach Damaskus und später zogen wir in die Türkei.

Ich (Razan) trug zwei Taschen, eine auf dem Rücken und eine vorne, und ich hatte auch eine kleine Tasche für Medikamente dabei. So trug ich über 30 kg auf dem Weg. Meine Frau trug unsere Tochter und eine weitere Tasche.

Die türkische Regierung hat ihre Regeln und wir konnten nicht durch den Haupteingang gehen, die von der Armee und anderen Gruppen bewacht werden. Man weiß nicht, zu welchen Gruppen sie genau gehören, vielleicht ISIS.

So mussten wir illegal in die Türkei gehen. Es dauerte drei Stunden. Bei dieser Grenzen gab es alle möglichen Schwierigkeiten. Bei jedem Schritt hätten wir auf eine Mine treten können, weil wir über ein Minenfeld gehen mussten.

Unser Leben war sehr hart in der Türkei und wir konnten dort nicht Fuß fassen. Als ich (Razan) arbeitete, verdiente ich die Hälfte von dem, was ein türkischer Arbeiter bekommt. Wir mussten das arbeiten, was uns gegeben wurde und wir mussten jede Art von Job übernehmen. Zu Hause (in Syrien) habe ich in einer Druckerei gearbeitet, wo wir auf der Kleidung gedruckt haben.

Es war ziemlich hart. Wir waren ein Jahr in der Türkei und unsere Tochter wurde dort geboren. Ich (Dyana) habe einen besonderen medizinischen Zustand und die Geburt konnte nicht auf natürliche Art und Weise ablaufen. Ich musste operiert werden und der Strom kam in den meisten Teilen der Stadt von Generatoren.

Die Situation im Krankenhaus war sehr schlecht, es gab keine qualifizierten Ärzte oder Krankenschwestern noch die richtigen Medikamente, um die OP durchzuführen.

Aber wegen des Drucks des Krieges, der so nah war und dem Druck des Alltags mussten wir wieder weiterziehen.

Ich (Razan) dachte über die Zukunft meines Kindes nach und die Situation in der Türkei war für mein Kind nicht gut. Wir hatten keine Krankenversicherung. Ärzte waren sehr teuer; wenn man zum Arzt gehen musste, musste man aus der eigenen Tasche zahlen, so war es dort sehr teuer.

Als wir sahen, dass die Menschen nach Deutschland zogen und gehört haben, dass das Leben dort viel besser ist, wollten wir auch gehen. Obwohl wir bereit waren uns aufzuopfern, um ein besseres Leben für unser Kind zu bekommen, war es riskant sich in das Abenteuer zu begeben.

Weißt du, du musst wählen zwischen langsam Sterben oder schnell im Wasser sterben. Also haben wir das Risiko auf uns genommen.

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