Oh wie schön ist … Vancouver (Teil 3)

Vancouver ist nicht nur eine grüne Stadt, sondern auch sehr vielfältig und international. Jeder Stadtteil hat seinen ganz eigenen Charakter und zeichnet sich durch unterschiedliche Dinge aus.

 

Im Westend (das Schwulenviertel) findet mal rosa Mülleimer und Bushaltestellen oder einen Regenbogen-Zebrastreifen; in East Vancouver tummeln sich die Alternativen (früher das italienische Viertel), in Richmond findet man eine hohe Anzahl an Asiaten und sogar Schilder sind in Chinesisch geschrieben!

 

Doch es gibt etwas, was alle Stadtteile gemeinsam haben:

Vielfalt, Freundlichkeit, Gemeinschaft

Am Meisten haben mich die Community Gardens (Gemeinschaftsgärten) beeindruckt. Gärten, die in den Stadtteilen einfach so auf einem Grünstreifen zwischen Gehweg und Straße angelegt wurden, in kleinen Ecken oder wo immer sich Platz findet. Es gibt der Stadt, meiner Meinung nach, einen ganz besonderen Flair 🙂

So hat man obwohl man in einer Wohnung lebt, doch die Möglichkeit das eigene Gemüse und Blumen anzupflanzen! Ich fand es immer wieder bewundernswert, dass sich niemand an den Gemeinschaftsgärten „vergreift“ und alles zerstört, das ist einfach common sense, dass man so etwas nicht macht!

 

Ihr wollt alte Kleidung oder Möbelstücke verkaufen? Habt aber keine Lust es bei craigslist reinzustellen? Dann stellt euch am Wochenende einfach auf den Rasenstreifen vor eurer Wohnung! Macht hier (fast) Jeder! 🙂

 

Ich habe besonders zwei Angewohnheiten der Kanadier schätzen gelernt, die natürlich einen insgesamt positiven Umgang miteinander schaffen: Im Supermarkt wirst Du an der Kasse immer gefragt, wie es dir geht und beim Aussteigen aus dem Bus sagt man „Danke“.

Für Deutsche ist das erst einmal sehr ungewohnt und befremdlich und ja, es kann anfangs auch nerven und manch einer mag es als übertriebene Freundlichkeit empfinden.

Aber ich muss immer wieder feststellen, dass mir genau das fehlt in Deutschland! Der freundliche Umgangston!

 

In jedem Stadtteil gibt es einen Community Centre (Gemeindezentrum), in denen ihr alles findet, was das Herz begehrt. Neben Sportangeboten (Yoga, Zumba, Kampfsport, teilweise sogar eine Schlittschuhbahn…) gibt es Weiterbildungskurse, Sprachkurse, Bibliotheken, Kinderbetreuung und und und! In Deutschland sind die Gemeindezentren meist von Trägern der Kirche, doch in Vancouver werden sie von der Stadt betrieben und vereinen mehrere Institutionen wie bspw. VHS, Schwimmbad, Fitnessstudio. Die Sportangebote sind übrigens meistens günstiger als jedes Fitness- oder Yogastudio! Seht selbst!

 

Wenn ihr genau hinschaut, dann werdet ihr auch kleine Neighborhood Book Exchanges finden. Nein, ich meine nicht, die Bibliotheken in den Community Centres (Gemeindezentren), sondern kleine Kästen, die einfach mal so am Straßenrand stehen und mit Büchern gefüllt sind. Stell ein Buch rein, nimm ein Buch mit – das ist das Prinzip. Gerade für Traveller, die nicht in Hostels schlafen (wo es eigentlich immer ein book exchange Bücherregal gibt) ist das eine tolle Sache! Im Westend findet ihr den Neighborhood book Exchange übrigens direkt gegenüber des Cafés Bottega (Ecke Nelson und Cardero).

 

Kulinarisches: Empfehlungen

Für die Poutine-Liebhaber kann ich nur Mean Poutine (Nelson und Granville)  und La Belle Patate (Davie and Bute) empfehlen! Gut gegen Kater, top als Grundlage vor dem Trinken 😉

Takis Taverna: Jeder kennt die lange Schlange vor Stepho’s auf der Davie Street. Ihr denkt euch “Oh, wenn so viele Leute anstehen, dann muss das Essen gut sein”? Ich persönlich lasse mir gerne Zeit beim Essen und mag es nicht, wenn die Bedienung direkt zum Essen die Rechnung bringt und damit signalisiert, dass es jetzt Zeit ist zu gehen.

Daher kann ich nur Takis Taverna empfehlen! Auch auf der Davie Street, einige Meter neben Stepho’s. Der Service ist super, man wird nicht gehetzt und das Essen ist auch besser!

 

Red Pagoda am Commercial Drive war immer meine Anlaufstelle für vietnamesisches Essen! Die leckeren Pho-Suppen passen besonders gut an regnerischen Tagen 😉

 

Sushi gibt es in Vancouver an jeder Ecke. Doch ist es gar nicht so leicht herauszufinden, welches Sushirestaurant auch gut ist. Die erschwingliche Variante: Sushiholic, Denman Street und East Broadway.  Die etwas kostspieligere Variante: Koshimoto Sushi, Commercial Drive! Aufwendige Deko und sehr hochwertiges Sushi!

 

Ich habe es leider erst zu spät erfahren, dass es in Vancouver auch ein First Nation Restaurant gibt. Wenn ich reise oder in anderen Ländern lebe, interessieren mich natürlich auch typische Gerichte des Landes. Bei Kanada denkt man direkt an Burger und Poutine. Doch wer lebt seit Urzeiten dort? Richtig, die First Nations. Also steht für meinen nächsten Vancouver-Trip definitiv ein Besuch im Salmon n‘ Bannock Restaurant an! Echte First Nations Küche gehört auf jeden kulinarischen Plan eines Kanada-Urlaubs!

 

Burger gibt es auch an jeder Ecke in jeglicher Variation. Meine ganz persönliche Empfehlung lautet daher: The Templeton auf der Granville Street. Der kleine Burgerladen im Retro-Stil eines klassischen kanadischen Diners bietet neben Burger auch die üblichen nordamerikanischen Leckereien wie Sandwiches oder Milchshakes an.

 

Letzten Sommer war ich zum ersten Mal auf dem Richmond Night Market (mit dem Skytrain super leicht zu erreichen!) und habe mich an einigen Ständen durchprobiert 🙂 Denn das ist genau das, was man hier machen sollte. Beim Gedanken an die Prawn Dumplings und scharfen Fischbällchen läuft mir jetzt noch das Wasser im Mund zusammen! Worauf ich jederzeit wieder verzichten kann ist frittierter Squid…in meiner lebhaften Vorstellung haben sich die Saugnäpfe in meinem Hals festgesetzt…

 

Noch ein kleiner Tipp: Je früher man da ist, umso besser! Denn der Markt füllt sich schnell und es könnte unangenehm werden, das Essen in den Mund zu bekommen, wenn man die ganze Zeit angerempelt wird 😉

Ich war in Vancouver immer auf der Suche nach Alternativen zu den üblichen Verdächtigen (Starbucks und Co.), da mir die Atmopshäre in den kleinen, individuellen Cafés einfach lieber ist. Oftmals schmeckt auch der Kaffee besser!

 

Meine 3 Lieblingscafés

Mein absolutes Lieblingscafé befindet sich im Westend Nelson and Cardero: Café Bottega. Mitten im Wohngebiet und man kann entspannt auf der kleinen Terasse sitzen und seinen exzellenten Kaffee fernab von Autolärm genießen!

 

#2 auf meiner Café Liste: Melriches Coffeehouse auf der Davie Street. Genießt das leckere Frühstück (Bagels, Croissants, Eier etc.) in entspannter Atmosphäre! Und überlegt euch gut, ob ihr hier eure unbeaufsichtigt last, denn wenn ihr es tut, werden sich eure Kinder (laut einem Schild) über freien Espresso und ein kleines Hündchen freuen dürfen 😀

 

#3: Arbutus Café in Kitsilano befindet sich in einem Wohnhaus an der Ecke Arbutus und W 6th Ave und bietet – ähnlich wie das Café Bottega – die Möglichkeit draußen an einer weniger stark befahrenen Straße zu sitzen. Die Suppen + Paninis kann ich nur empfehlen!

 

Hier noch ein extra Tipp: (Fast) jede Stadt hat einen Lookout Tower. Der kostet überall Geld. Was sind also Alternativen? Das Landmark Hotel auf der Robson Street! Hier könnt ihr im Cloud 9 Restaurant bei einem drink (ihr müsst nicht einmal Essen bestellen!) die Aussicht genießen – Rundumblick ist gewährleistet, denn das Restaurant dreht sich 🙂

 

Der Vorteil gegenüber dem Lookout Tower? Ihr zahlt keinen Eintritt, sondern nur für Getränke (die auch nicht teurer als in anderen Bars sind) und habt eine viel bessere Aussicht als vom Lookout Tower, weil das Landmark Hotel auf der Robson Street nicht von so vielen Hochhäusern umgeben ist. UND: Ihr habt eine Wahnsinnsaussicht auf die untergehende Sonne!

PS: Mehr Fotos gibt es auf Facebook

Ein Gedanke zu „Oh wie schön ist … Vancouver (Teil 3)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.