Neuseeland

„Wenn ich gefragt werde, was mir am besten gefallen hat, dann sage ich das warst du“ (Stadt der Engel)

 

Als ich im Januar 2011 nach Neuseeland reiste, war das vor allem aus einem Grund: Ich brauchte eine Auszeit. Weg von allem. Meine Schwester Stefanie und ich kauften ein Auto und schliefen (die meiste Zeit) im Kofferraum – für 5 Wochen.

 

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Stefanie hatte es ein bisschen besser als ich. Sie ist ein bisschen kleiner und hat genau in den Kofferraum gepasst. Ich bin ein bisschen größer und musste meine Beine beim Schlafen immer leicht anwinkeln. Ok, ich muss zugeben, morgens bin ich oft neben meiner genervten Schwester aufgewacht, weil ich 1. schräg im Kofferraum lag (und ihr damit ein bisschen von ihrer Liegefläche geklaut habe) und 2. habe ich wohl zu laut geatmet.

Nicht geschnarcht! Nur zu laut geatmet. Denn eins müsst ihr über Neuseeland wissen:

Es ist ein sehr sehr leises, ruhiges und friedvolles Land!

 

Da hört man auch mal den Anderen im Auto nachts atmen. Und die Moskitos hört man auch, wie sie sich summend darüber freuen einem das Blut auszusaugen. Wir schliefen übrigens meistens auf DOC campsites – einfache Campingplätze mit Picknicktischen und –bänken und meist auch einem Outhouse

Günstig, einfach und an den schönsten Stellen weit ab von typischen Touristenzielen.

Ich kann mir keine bessere Möglichkeit vorstellen, um Neuseeland zu erkunden! Mobil sein und problemlos überall hinfahren und anhalten können, wo es einem grade gefällt.

Naja, fast problemlos. Vergessen wir das eine Mal als wir mitten im Nirgendwo zwischen Wanaka und der Westcoast einen Platten hatten. Und wir den Reifen nicht wechseln konnten. Was ein Glück, dass gerade ein deutsches Pärchen neben und anhielt und anbot zu helfen. Was sich nur ein bisschen schwierig gestaltete. Denn wie sich heraus stellte, war unser gekauftes Auto ein Unfallwagen, der komplette Rahmen verzogen und das Ersatzrad irgendwo darunter.

 

Wir vergessen auch lieber mal, dass wir nur Flip Flops anhatten und die bösen black flies (als wären die Moskitos nicht schon genug!) uns die Füße zerbissen haben. 20 Stiche an jedem Fuß gehören wohl zu einem Neuseeland Abenteuer dazu. Irgendwie haben wir das Ersatzrad doch heraus bekommen und wir sind ohne Probleme zur nächsten Werkstatt gekommen. Rad gewechselt, weitergefahren. Sehr alte Autos und second hand Reifen gehören wohl auch einfach zu Neuseeland dazu.

 

Unabhängig sein – frei sein

Es war das erste Mal, dass ich Freiheit verspürt habe. Frei von Zeitdruck, frei von Verpflichtungen. Einfach auf den eigenen Körper hören können und nur nach der Frage leben „was brauche ich gerade“? Eine Uhr haben wir nicht gebraucht, wir mussten ja nirgendwo hin.

Wir haben natürlich auch die typischen Touristenziele angesteuert, die aber echt auch sehr sehenswert sind!

Südinsel:
Milford Sound atemberaubend!
Glühwürmer in Te Anau großartig!
Abel Tasman National Park super schöne Strände und Wanderwege!

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Eins unserer absoluten Highlights war die Wanderung im Rob Roy Valley, ein Stückchen nördlich von Wanaka. Wir starteten neben einem türkisfarbenen Fluss, gingen über grüne Schafsweiden, über eine Hängebrücke, durch Regenwald, um am Ende mit einer sagenhaften Aussicht belohnt zu werden! Rob Roy Track

 

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Nachdem meine Schwester wieder zurück nach Deutschland geflogen war, blieb ich weitere 4 ½ Monate auf der Nordinsel, arbeitete Wochentags, reiste am Wochenende herum. Entdeckte und erforschte.

Neuseeland ist einfach ein Land voller Wunder! Wusstet ihr, dass es auf der Coromandel Peninsula einen Strand gibt (Hot Water Beach), an dem man bei Ebbe ein Loch in den Sand gräbt, es kommt heißes Wasser hochgesprudelt und man setzt sich rein wie in einem Hot Tub?

 

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Wusstet ihr, dass man im Norden am 90 Miles Beach mit einem Surfboard die Dünen runter surfen kann?

Was, wenn ich euch erzähle, dass 200 000 Liter Wasser PRO SEKUNDE die Huka Falls in Taupo herunter schießt?

 

Damals habe ich leider nicht Hobbiton besucht. Zu der Zeit war das Filmset oft geschlossen, weil Peter Jackson den Hobbit dort drehte und es Touristen verboten Fotos zu machen. Ich habe es im Dezember 2015 nachgeholt. Ein Traum! Hobbiton hat so viele Details und man hat den Eindruck, dass hier wirklich Hobbits wohnen. Ein „must-see“ für alle Herr der Ringe und Hobbit Fans!

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2011 habe ich es auch leider nicht geschafft das Tongariro Crossing zu machen. Eine alpine Wanderung durch eine Vulkanlandschaft. Das wollte ich 2015 nachholen und bekam wieder nicht die Chance, denn das Crossing kann man nur machen, wenn das Wetter stimmt. Bei Sturm und Schnee kann man schon mal schnell verloren gehen.

 

Wenn ihr die Chance habt es zu machen: Macht es!

 

Neuseeland ist ein Land, das erforscht werden will. Und glaubt mir, dort gibt es so viel zu sehen! Die Landschaft ist unglaublich! Unglaublich vielfältig, unglaublich farbenfroh und unglaublich friedvoll.

 

Die Kiwis? Lovely! Offen, immer zu einem Schwätzchen bereit und mega freundlich. Aber nicht auf diese aufdringliche, überschwängliche, übertriebene Art. Freundlich auf eine bescheidene Art. Und hilfsbereit! Wär unser Auto kaputt gegangen, ein Kiwi hätte uns nicht nur sofort geholfen, sondern auch noch einen Platz zum Schlafen angeboten.

NZ is therapy

 

5 Wochen war eine gute Zeit, um herum zu reisen. Irgendwo habe ich einmal gelesen, dass man in der ersten Urlaubswoche mit den Gedanken noch bei der Arbeit ist. In der zweiten Woche gelingt es den Meisten tiefenentspannt zu sein. In der dritten Woche ist man mit seinen Gedanken schon wieder bei der Arbeit. Wir hatten also drei Wochen Tiefenentspannung.

 

Eine Reise nach Neuseeland ist, finde ich, die perfekte Therapie! Die relaxte Art der Kiwis, die entspannte Atmosphäre, die traumhaft schöne Landschaft lassen euch alle Sorgen vergessen!

Also, worauf wartet ihr noch? Fliegt nach Neuseeland in eine Welt voller Wunder!

 

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PS: Das Auto habe ich übrigens ganz leicht wieder nach 5 Monaten verkaufen können. Der Interessent hatte mich gefragt, ob ich mich mit ihm in einem Vorort abends um 21Uhr (im Dunkeln) auf einem Parkhausdach treffen könnte. Pustekuchen. Ich habe einen 1,94m großen Freund eingepackt, habe mich mit dem Interessenten und seinen drei (!) Kollegen an einer Tankstelle in der Innenstadt getroffen. Um die Ecke war das Internetcafé, um die Umschreibung direkt online abwickeln zu können und ich habe direkt daneben gestanden als er das Geld aus dem Geldautomaten gezogen hat. Konnte also nix schief gehen 😉

 

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