Mark (3/4)

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, war der Schmerz wie ein Wunder verschwunden

Sie haben einen weiteren MRI gemacht und die Schwellung war zurückgegangen. Der Neurologe kam zur Visite und schien recht glücklich darüber zu sein, dass ich drei Optionen hatte:

  1. Meine erste Option war eine OP und dass sie es (den Tumor) herausschneiden könnte, aber er war sehr zögerlich das  zu tun
  2. Die zweite Option war eine Biopsie, um herauszufinden, was es ist
  3. Die dritte Option war, alles so zu lassen wie es ist und zu gucken, was passiert

Ich war so dankbar Doktor Andrew Parker als meinen Neurochirurgen zu haben, denn er hat bei mir bewirkt, dass ich mich gefühlt habe als hätte ich wenig Kontrolle über das, was mit mir geschah.

Er zögerte die OP zu Machen, weil die Läsion an meinem Gehirnstamm war und es hätte sehr viele Komplikationen geben können. Er dachte auch, dass es keine Notwendigkeit gab eine Biopsie zu Machen, weil es noch sehr früh war und die Schwellung stark zurückgegangen war. Also schlug er vor, mich auf eine Reihe von starken intravenösen Drogen zu setzen in der Hoffnung, dass es die Streuung der Läsion abtötet und um zu sehen, ob mein Körper es toleriert.

Ich habe die Behandlung zwei Wochen lang gemacht und mein Körper vertrug es nicht sehr gut. Es machte mich so krank. Ich musste mich die ganze Zeit übergeben und ich fühlte mich so schwach. Die Ärzte sagten, dass manche Menschen es einfach nicht gut vertragen und meine Leber und Nieren waren auch nicht sehr glücklich darüber.

Die intravenöse Behandlung funktionierte also nicht, es gab nicht sehr viele andere Optionen als Antibiotika und vorbeugende Medizin, die sie nutzen konnten. Also gaben sie mir einen Haufen Pillen, die ich jeden Tag nehmen sollte und ich sollte sie auf dem Laufenden über meine Genesung halten.

Irgendwie war der Gehirntumor, oder die Läsion wie auch immer du es nennen willst, eine der besten Dinge, die mir passiert sind.

Mir war es möglich eine Auszeit zu nehmen und zu evaluieren, was mir wirklich wichtig war und wie ich weiter vorgehen möchte.

Glücklicherweise habe ich dieses tolle deutsche Mädchen kennen gelernt kurz bevor ich die Diagnose bekam und sie plante gerade einen kleinen Roadtrip auf der Nordinsel von Neuseeland. Sie fragte mich, ob ich Lust hätte mitzukommen. Ich nahm das Angebot an. Obwohl ich nicht in der besten Verfassung war, wusste ich, dass wenn ich einfach zu Hause bleiben würde, würde ich nichts tun und schlimmer dran sein.

So begann das Abenteuer. Wir sind für 12 Tage zusammen gereist, haben Delfine gesehen, wunderschöne Landschaften und haben einfach abgehangen und geredet.

Es war die befreiendste und Augenöffnendste Erfahrung in meinem Leben, die ich jemals hatte.

Ich realisierte, was ich in all den Jahren verpasst hatte.

Wenn ich auf mein Leben zurück blicke, dann realisierte ich, dass ich so viel Zeit damit verschwendet habe, in meinem Körper gefangen zu sein. Das Reisen gab mir endlich einen Sinn für Freiheit wieder und ich wollte mehr.

Ich dachte mir „Gut, wenn dies das letzte Jahr meines Lebens wäre, dann will ich nicht hier sitzen, Pillen nehmen und den ganzen Tag im Bett liegen. Alles, was sie mir gebracht haben, war, dass ich mich schlecht und krank gefühlt habe.“ Ich wollte mich lebendig fühlen mit dem Gefühl von Abenteuer und Erleben.

Letztendlich beschloss ich alles zu verkaufen, behielt mein Auto und warf all meine Medikamente weg!