Lukas über sein Leben mit Morbus Crohn

Ein Interview mit Lukas von www.crohnrevolution.de

 

Lukas ist 27 und wurde vor 11 Jahren mit Morbus Crohn diagnostiziert. Nach acht erfolglosen Jahren mit einer Vielzahl an Medikamenten, stellte er vor drei Jahren seine Ernährung radikal um.

 

Wie hast Du gemerkt, dass etwas nicht stimmt?

Lang lang ist’s her! Begonnen hat das Ganze Ende 2004. Es startete mit leichten Bauchschmerzen, welche sich über Wochen hinzogen. Relativ schnell wurden diese noch durch häufige Durchfälle ergänzt und ich fühlte mich allgemein nicht gut und ziemlich schlapp. Spätestens als sich dieser Zustand nach Monaten nicht besserte, wusste ich dass da irgendwas im Busch ist.

 

Wie ging es Dir als Du erfahren hast, dass Du Morbus Crohn hast?

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich geschockt war. Es war eine Erleichterung dem ganzen einen Namen geben zu können. Aber das war auch alles. Ich nahm es zur Kenntnis und machte weiter wie zuvor.

Ich fühlte mich nicht gut, doch dies war primär dem Bauch geschuldet und nicht der Tatsache, dass ich mich nun auch noch mental in ein Meer aus Zweifeln und Ängsten schmiss.

 

Wie bist Du damit umgegangen?

Auf dem, wie ich glaube, gesündesten Weg, wie man eine solche Diagnose handhaben kann: Weitermachen! Es änderte sich erst einmal garnichts in meinem Leben.
Jedoch ging es mir zu dieser Zeit auch nicht so schlecht, dass ich die kompletten Auswirkungen der Krankheit schon erkannt hätte.

 

Es folgten Jahre mit vielen Höhen und Tiefen

und es gab oft Zeiten, in denen ich nicht weiter wusste,

Probleme mit meinem Selbstwert hatte,

mich versteckte und nicht wusste wie es weitergehen soll.

Ich nahm Medikamtente die nicht halfen oder Nebenwirkungen hatten, die mich schlechter fühlen ließen als die Krankheit selbst. Zeitweise ergab ich mich einfach meinem Schicksal. Eine Einstellung von der ich jedem abrate.

Gib dich niemals auf! Du bist stärker als du denkst!

 

Was hat sich in Deinem Leben verändert?

Nach über acht Jahren in diesem Zustand, in dem ich mich durchgehend zwischen guten und schlechten Phasen befand, stieß ich durch Zufall über eine Ernährungsform, welche speziell für Menschen mit Chronisch Entzündlichen Darmerkrankungen entwickelt wurde.

 

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich nach wie vor ziemlich auf fremde Einflüsse verlassen. Wenn ein Medikament nichts brachte, ging ich eben über zum nächsten.

Motiviert durch die Erfahrungen des Autors, entschied ich mich der Ernährung mal eine Chance zu geben.

 

Nach drei Monaten fühlte ich mich wie ausgewechselt

und meine Blutwerte waren besser als unter jedem Medikament,

das ich über die Jahre probiert hatte.

 

Wie geht es Dir heute mit Morbus Crohn?

Der Tag an dem ich in die Ernährungsumstellung startete, liegt nun über 3,5 Jahre zurück. Mir geht es nach wie vor besser als je zuvor in meiner Zeit mit Morbus Crohn. Viel seltener als früher habe ich noch Schübe, doch inzwischen kann ich meist sehr gut eingrenzen wodurch diese verursacht werden und so das Ruder schnell wieder rumreißen.

 

Wenn ich mein Leben heute mit dem von vor 5, 8 oder 10 Jahren vergleiche, kommt es mir fast unwirklich vor. Es ist schwer einen Vergleich zu ziehen.

Durch die Veränderungen, welche auf die Ernährungsumstellung folgten, hat sich mein Leben um 180° in die Richtung des Guten gedreht.

 

Ich finde es nach wie vor unglaublich,

welche Macht man selbst hat,

sein Wohlbefinden zu beeinflussen.

 

Gibt es manchmal noch Tage, an denen es schwer für Dich ist?

Viele Leute scheinen mir dies nicht zu glauben, aber nein! Ganz und garnicht. Die Ernährung ist mir ins Blut übergegangen.

Ich habe die Kontrolle über mein Leben.

Ich bin nicht abhängig von Medikamenten.

Ich lasse mich nicht einschränken.

Ich wache Tag für Tag auf und bin dankbar für das Leben, das ich heute führe. Dass ich dafür auf Gummibärchen und Pizza verzichten muss, ist ja wohl das kleinstmögliche Opfer.

 

Hat sich etwas an Deiner Sichtweise auf das Leben verändert?

Meine Sichtweise auf das Leben hat sich komplett verändert.

 

Ich weiß heute, welche Kraft in jedem von uns schlummert.

Wir können alles erreichen, wenn wir es nur wollen.

Über die Krankheit und die Veränderung durch die Ernährung, bin ich dazu gekommen mich viel mit den Themen Persönlichkeitsentwicklung und Achtsamkeit auseinanderzusetzen.

Habe gelernt, wie wir nicht nur unseren Körper, sondern auch unsere Gedanken steuern und positiv beeinflussen können. Habe entschieden persönliche Freiheit und Selbstbestimmheit über alles zu stellen. Und alles zu tun um diese in meinem Leben zu erreichen.

Hätte ich die Macht die Vergangenheit zu ändern und nie die Diagnose Morbus Crohn zu erhalten – ich glaube ich würde es nicht tun.

 

Ich bin glücklich, über die Krankheit dazu

gezwungen worden zu sein,

mich mit mir selbst und meinem Körper auseinanderzusetzen.

Ohne sie, wäre ich nicht die Person, die ich heute bin, hätte nicht das Leben, das ich heute habe.

Die Erfahrungen der letzten 11 Jahre haben mich wachsen lassen.

 

Welches Ziel verfolgst Du mit Deinem Blog?

Der Blog wuchs aus der Frustration darüber, dass ich 8 Jahre mit meiner Krankheit leben musste, bis ich selbst über eine Ernährung stieß, welche mein Leben in drei Monaten über den Haufen warf.

 

Ich lernte, mit welchen Scheuklappen die meisten Ärtze ihrem Beruf nachgehen.

Die Worte Ernährung oder Meditation waren in acht Jahren nicht einmal gefallen.

Und doch, machten sie für mich den ganzen Unterschied.

 

Mit 300.000 Betroffenen in Deutschland, war ich mir sicher, dass es vielen genauso geht wie mir und sie nicht wissen, welchen Unterschied sie selbst machen können, ohne ein Leben lang auf Medikamente vertrauen zu müssen. 

Und genau diese Menschen will ich mit meinen Beiträgen erreichen.

 

Menschen die den Ehrgeiz mitbringen ihr Leben selbst

in die Hand zu nehmen, wenn sie dafür nur einen kleinen Stubs

in die richtige Richtung bekommen.

 

Welche Rückmeldungen bekommst Du zu Deinem Blog?

Die Rückmeldungen sind der Wahnsinn! Es hat mich viel Überwindung gekostet meinen Blog online zustellen und meine Geschichte so offen zu teilen. Aber die Rückmeldungen motivieren mich täglich aufs Neue.

 

Viele Leser folgen meinen Ratschlägen, stellen ihre Ernährung um, spüren erste Erfolge. Aber auch die, die nicht gleich Ergebnisse sehen, lassen mich immer wieder wissen, wie sehr ich sie mit meinen Beiträgen motiviere dranzubleiben und nicht aufzugeben. Das ist ein tolles Gefühl!

 

 

 

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