Leben in der Schweiz (2/2)

Wohnungssuche

Bevor ich nach Zürich ging, habe ich immer gesagt „ja, teure Mieten bin ich von Vancouver gewohnt“. Ich wurde eines besseren belehrt. WG Zimmer in Zürich kosten in der Regel zwischen 800€ und 1200€.

Das sind KEINE Zimmer im Zentrum und meist zwischen 11 und 15qm „groß“.

https://flatfox.ch

https://www.wg-gesucht.de/wg-zimmer-in-Zuerich.159.0.1.0.html

www.comparis.ch

http://www.tutti.ch

 

Stimmung in der Schweiz

Irgendwie war bei mir der Wurm in der Schweiz drin. Bei Wohnungsbesichtigungen wurde ich von Schweizern immer wieder auf das schlechte Verhältnis zwischen Deutschen und Schweizern hingewiesen. Später berichteten mir auch deutsche Kollegen von ihren negativen Erfahrungen mit den Schweizern.

Im Sommer noch hatte mir übrigens mein Couchsurfing Host noch erzählt, dass sich die Schweizer in den letzten Jahren vermehrt dafür ausgesprochen haben, ein Kontingent für die Aufnahme von Deutschen zu erlassen.

Aber auch meine internationalen Kollegen (Amerikaner, Spanier, Schotten…) hatten nur Negatives zu erzählen: Von „die Schweizer sind sehr reserviert“ und „ich habe nur internationale Freunde, weil die Schweizer nicht zugänglich sind“ bis hin zu „wenn du eine Kita in Zürich findest, die einen etwas offeneren Ansatz hat, sag Bescheid, da will ich mich dann auch bewerben“ und „hier ist alles etwas rückständig, die sind ca. 10 Jahre hinterher“.

 

Konkurrenzverbot

Bisher kannte ich das Konkurrenzverbot im pädagogischen Bereich nur in Zusammenhang mit Freiberuflichkeit und Angestelltenverhältnis. In der Vergangenheit (und nun auch wieder aktuell) musste ich immer genau darauf achten, dass ich keine freiberuflichen Angebote erstelle der annehme, die mit der „Geschäftsidee“ der Einrichtung, bei der ich festangestellt war, in Konkurrenz steht.

In meinem Arbeitsvertrag in der Schweiz fand ich mich dann plötzlich damit konfrontiert, dass ich mich bei Kündigung nicht in einer anderen Kita in den Stadtteilen bewerben darf, in denen mein Arbeitgeber Einrichtungen hat. Ansonsten fällt eine Strafgebühr von 12.000 CHF an.

In kleineren Städten könnte das durchaus zu Problemen führen…

In anderen Arbeitsfeldern ist das vielleicht normal, im pädagogischen Bereich ist mir das allerdings nie untergekommen.

Mehr Informationen hier https://www.konkurrenzverbot.ch/

 

Fazit

Das Gute an der Schweiz? Gutes Gehalt und eine wirklich schöne Landschaft.

Die Schweiz steht immer ganz oben bei Umfragen über die höchste Lebensqualität. Ich frage mich, ob das damit zusammenhängt, dass man sich in der Schweiz um wenig kümmern muss (weil alles ganz genau vorgegeben ist). Enge Strukturen, sich anpassen und starren Regeln folgen gibt vielen Menschen Sicherheit und Zufriedenheit.

Und das ist auch ok für Diejenigen, die damit klar kommen. Jeder tickt nun einmal anders.

Für mich ist das allerdings keine Umgebung, in der ich mich wohl fühlen kann. Ich muss mich frei entfalten können und ich möchte Kindern das Gleiche ermöglichen. Ich kann mit der Fremdbestimmung, die ich bei meiner Recherche über Kitas und dann auch in der Kita, für die ich gearbeitet habe, nicht umgehen.

Ich konnte mich auch nicht dazu durchringen, in einem System zu arbeiten, in dem 4-jährigen Kindern am Ende des Kindergartenjahres ein Zeugnis über ihre Kompetenzen ausgestellt wird.

Viele Kitas in Zürich sind in ehemaligen Büroräumen untergebracht, mit Neonlichtern, ohne Außengelände, kein Park in direkter Nähe. Für mich geht das leider gar nicht.

Ich muss zugeben, ich wurde von Freunden und Bekannten gewarnt, die wiederum Freunde in der Schweiz haben und total unzufrieden mit dem Bereich Frühkindliche Bildung sind.

Aber ich wollte mir selbst ein Bild machen, denn jeder hat eine andere Wahrnehmung.

Und auch wenn mein Eindruck vom Leben in der Schweiz nicht so prickelnd war, zum Urlaub machen würde ich jederzeit wieder hinfahren!

 

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