Holprige Reisevorbereitungen mit Aussicht auf Happiness

Getrübte Vorfreude

Vor fünf Wochen ging mein Fahrrad kaputt. Eine Woche später kaufte ich ein (gebrauchtes) Auto, was nach 50km liegen blieb und seitdem in der Werkstatt ist.

Eine Freundin lieh mir ihr Fahrrad, bei dem der Schlauch nach nur ein paar Mal fahren platzte.

Bei meinem letzten Wildniswochenende habe ich meine Schuhe verloren (fragt mich nicht wie, ich hab keine Ahnung).

Letzte Woche habe ich ein Zelt bestellt, kam gestern an – kaputt.

 

Liebes Universum, was willst Du mir sagen?!?

 

Am 09.07. wollte ich eigentlich los. Familie und Freunde in Trier besuchen, zum Wildnis-Praktikum nach Leingarten und dann weiter Richtung Schweiz. Sicher, das ist auch alles mit Bus und Bahn zu machen. Das ist allerdings teurer und zeitintensiver (für Skandinavien bedeutet das bspw. statt 5 Stunden Autofahrt, 12 Stunden Zugfahrt).

Bei Mitfahrgelegenheiten muss ich Glück haben, dass mich jemand mit meinem Riesen-Rucksack mitnimmt. Hitchhiken? Ja, ginge auch, aber wenn ich ehrlich bin, allein und als Frau trau ich mich das nicht.

 

Sei vorsichtig, was du dir wünschst…

Vor ein paar Monaten habe ich mir Ziele gesetzt. Eins davon ist „lernen, mit wenig Geld trotzdem mein Ziel erreichen“. Ein anderes „materiellen Besitz reduzieren“. Super, da hat mir das Universum genau das geschickt, was ich haben wollte. Geldverlust durch falschen Autokauf und wirklich nur das Allernötigste einpacken, was ich auch tragen kann.

 

Planen kann ich gerade gar nichts. Der Autohändler, bei dem das Auto seit 3 Wochen in der Werkstatt steht, lässt mich in der Luft hängen. Weiß nicht, wann er das Auto repariert zurückgeben kann. Angeblich ist das Steuergerät defekt, könne nicht in Deutschland repariert werden und sei jetzt in England zur Reparatur.

 

Rechtlich habe ich nichts in der Hand, habe bei einem Bekannten, der Anwalt ist, nachgefragt. Muss warten und aushalten. Aushalten, dass ich gerade nicht planen kann. Denn auch wenn ich nicht immer alles durchorganisiere, ein wenig Planungssicherheit brauche ich schon.

 

Ist das Karma?

Ich erwarte immer von meinen Mitmenschen nicht so durchgeplant und überstrukturiert (m. E. eine typisch deutsche Angewohnheit) und stattdessen flexibler zu sein. Flexibel auf Veränderungen reagieren zu können.

 

Vielleicht ist das meine Lektion, die ich lernen soll. Wenn Du von anderen erwartest flexibel zu sein, dann sei es auch selbst.

 

Meine Laune ist im Keller, hatte ich mich darauf gefreut unabhängig und vollkommen frei zu sein (damit verknüpft das Auto…) und ich mache mich drauf gefasst, in letzter Minute planen zu müssen, wie ich von A nach B komme.

Und dann meldete sich Carol bei mir…

 

Das Happiness Project

Und von einem Tag auf den anderen finde ich mich in einem Happiness Projekt wieder 🙂

 

Wie kam es dazu?

Im Januar habe ich über eine Kieler fb Gruppe neue Interviewpartner für „Weltenwandler“-Geschichten gesucht. Carol meldete sich bei mir, war interessiert an einem Interview und fragte, ob ich Lust hätte auch über ihr Happiness Projekt zu berichten. Zu der Zeit befand sich das Projekt noch in der Planungsphase und wir vereinbarten, dass Carol sich noch einmal meldet, wenn das Projekt gelaufen ist.

 

4 Monate später schrieb mir Carol erneut und fragte, ob ich Lust hätte am Happiness Projekt teilzunehmen.

In meiner aktuellen Situation erschien es mir nur allzu logisch, „Ja“ zu sagen 😉

 

Worum geht’s?

„The pursuit of happiness has been a human goal since time immemorial. However, people usually don’t pay enough attention to finding fulfillment and peace within their selves. Our goal is to show people that happiness is attainable in the ‚present‘ and in the ’now‘, rather than in the far-off future. At the core of this program is the science-backed finding that happiness can be learnt, just as any other skill set. During a 21-day program 25 participants will have this chance through a set of instructions and activities (incl. the Happiness Calendar and Workbook).“ (https://www.facebook.com/DasHappinessProject/)

 

Wie läuft es ab?

Bevor ich mit dem Projekt anfing, sollte ich folgende Fragen beantworten:

https://www.theguardian.com/lifeandstyle/2014/nov/03/take-the-oxford-happiness-questionnaire

Ich hatte ein Ergebnis von 4.69 (von 6, wobei 6 als zu glücklich definiert wird), was ich in Anbetracht meiner aktuellen Situation für ganz gut halte.

Der nächste Schritt ist, Glück zu definieren und 21 Aktivitäten aufzuschreiben, die mich glücklich machen, um sie anschließend zu reflektieren.

 

Optional ist, ob man noch positive Sätze für jeden Tag hinzunimmt, Happiness Mediationen macht oder ein Dankbarkeits-Tagebuch führt. Letzteres habe ich bereits letzte Woche wieder angefangen noch bevor ich wusste, dass ich am Projekt teilnehmen werde. In schwierigen Zeiten hilft es mir immer, meine Gedanken wieder in eine positive Richtung zu lenken und mit einem guten Gefühl ins Bett zu gehen.

 

Nun sitze ich hier, schicke Nachrichten ans Universum und visualisiere jeden Tag „Ich reise mit meinem gut funktionierenden Auto durch Europa“ und hoffe, dass das Universum meine Geschichte noch hinbiegt.

 

Und auch wenn meine Vorfreude gerade getrübt und das Warten, wie es mit meinem Auto weitergeht, kaum erträglich ist, besteht immerhin eine Aussicht auf Glück 😉

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