Benjamin (1/3)

“Der Junge mit dem Feuer in den Augen”

Ich erinnere mich daran, dass ich sehr neugierig war als ich jung war. Ich konnte nie genau sagen, was es war, aber ich wusste, es ist etwas anders an mir, etwas Unerklärbares. Da war ich, ein kleiner Junger mit einem großen Feuer in seinen Augen, der zum ersten Mal die Welt erlebte.

Wenn ich in meine Kindheit zurück blicke, dann erinnere ich mich daran, dass ich immer einen großen Glauben an Magie und Mysterien hatte. Ich wusste, dass andere Welten außerhalb der liegt, in der ich lebte. Ich hatte eine wilde Vorstellungskraft. Ich wusste genau, dass es mehr gibt im Leben als das, was wir sehen können.

Meine jungen Jahre waren ziemlich hart für mich. Ich war ein übersensibles Kind und ich erinnere mich, dass mir alles, was passierte, schnell unter die Haut ging. Ich schätze, ich kann sagen, dass ich ein bisschen schelmisch war und zu neugierig für mein eigenes Wohl. Körperlich hatte ich noch nicht lange gelebt, aber im Kopf habe ich mich so viel älter gefühlt. Ich fühlte mich als hätte ich bereits tausend Jahre gelebt, so als wüsste ich mehr als ich wissen sollte in dem Alter. Wie eine alte Seele, wenn man es so nehmen will.

Von einem sehr jungen Alter an war ich an Wissenschaft interessiert, an dem, was erklärbar war, aber umso mehr an dem, was nicht erklärbar war. Ich erinnere mich, dass ich etwas über Magie gelernt habe. Ich fing an Bücher über Zaubersprüche zu lesen und führte Rituale durch. Meine Gedanken drehten sich darum, die Erde anzubeten und alles Lebende auf ihr.

Ich kann mich daran erinnern, dass ich mit meiner Großmutter Zeit im Garten verbracht habe. Ich erinnere mich, dass ihr Garten voll mit wilder Minze war, ein Duft, der mir bis zum heutigen Tage viel bedeutet. Ich habe von ihr gelernt, wie man sich um den Garten, die Erde kümmert. Sie hat mich die vier Grunddinge gelehrt, die ein Garten braucht, um zu überleben:

Die ganze Magie beginnt mit einzelnen, kleinen Samen, ein wenig Dreck, Wasser und die Sonne.

Als ich älter wurde, tendierte ich dazu den Jungen zu vergessen, der ich war. Ich wurde gelehrt, dass es nicht richtig war, der Sonderling oder anders zu sein. Mir wurde gesagt, dass wenn ich überleben will, dann sollte ich mich einfügen und ein Teil der Gruppe sein, ich sollte meine Ideen und Sichtweisen für mich behalten. Wenn ich in dieser Welt akzeptiert werden wolle, dann müsse ich wie jeder Andere sein.

Das ging eine zeitlang gut, aber je älter ich wurde, umso niedergeschlagener wurde ich. Ich kämpfte mit mir selbst, mein Kopf hat mir eine Sache gesagt und mein Herz hat mir was anderes gesagt. Mein Herz und mein Kopf waren im Krieg miteinander, ich war mit mir selbst im Krieg und ich habe viele Jahre mit mir selbst gekämpft.

Mein Kopf war immer benebelt. Mein Licht fing an zu verblassen. Ich begann mich selbst zu verlieren; ich fing an mich anzupassen.Ich wurde zu dem Bild, das die Menschen von mir erwarteten, nicht ich selbst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.